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29 März, 2016 - 08:49
 

Das ist nicht mein Opa, das ist mein Papa! – späte Väter

In Deutschland hat jedes 20. Kind einen Vater über 50. Meist stammen diese Kinder aus der zweiten Beziehung eines Mannes, die Väter haben meist schon ältere, zum Teil erwachsene Kinder. Doch nicht immer stößt die späte Vaterschaft auf gesellschaftliche Akzeptanz und auch für die Gesundheit des Kindes bestehen gewisse Risiken.

© Galina Barskaya - Fotolia.com

Die Gesellschaft nimmt bei späten Vätern eine kontroverse Haltung ein: Zum Teil werden späte Väter als kauzig angesehen, manch einer streicht die gesundheitlichen Risiken für das Kind heraus, andere sprechen verächtlich davon, dass Männer, die mit über 50 Vater werden, wohl die Tatsache des eigenen Alterns nicht akzeptieren könnten. Die Gründe, warum Männer spät Vater werden, sind unterschiedlich und individuell, oft sind die Lebensläufe aber ähnlich.


Gründe für eine späte Vaterschaft

Die meisten Männer, die mit über 50 Vater werden, tun dies in einer neuen Partnerschaft mit einer jüngeren Frau. Häufig war für diese Männer die Familienplanung bereits abgeschlossen, exisiterende Kinder schon erwachsen. Wenn sich dann eine neue Partnerschaft ergibt, ist die Partnerin oft jünger und damit steht auch der Kinderwunsch plötzlich wieder zur Debatte. In anderen Fällen können Männer sich erst spät dazu durchringen, Vater zu werden, vielleicht weil die Karriere immer wichtiger war, die Lebensumstände nicht passten oder einfach, weil man sich ein Kind mit der bisherigen Partnerin nicht vorstellen konnte. Vor der bewussten Entscheidung, noch einmal Vater zu werden, stehen meist einige schwerwiegende Überlegungen.


Gesundheitliche Risiken

Amerikanische Studien über die Gesundheitsrisiken von Kindern alter Väter haben ergeben, dass es einen Zusammenhang zwischen Alter des Vaters und Intelligenz des Kindes gibt. Die Kinder erreichen durchschnittlich sechs Punkte weniger im Intelligenztest. Experten in Schweden fanden heraus, dass das Risiko einer manisch-depressiven Störung mit dem Alter des Vaters steigt und in Israel wurde festgestellt, dass Autismus und Schizophrenie beim Nachwuchs älterer Väter ebenfalls häufiger vorkommt. Der Grund für diese Ergebnisse ist noch nicht vollständig geklärt. Genetiker vermuten, dass die häufige Zellteilung der Spermien der Grund dafür ist: Neue Spermien werden durch Zellteilung bereits vorhandener Samenzellen gebildet. Bei jeder Teilung wird das Erbgut verdoppelt und je häufiger dieser Vorgang durchgeführt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Fehler einschleichen. In Beratungsgesprächen kommt der gesundheitliche Aspekt oft gar nicht zur Sprache – sollte er aber, da die Gesundheit des Kindes gerade für ältere Väter hoch relevant ist.


Die Sorge fürs Kind

Männer, die in fortgeschrittenem Alter noch ein Kind mit einer Partnerin haben möchten, stehen oft vor der Frage, wie sich das Zusammenleben mit und das Sorgen für das Kind entwickeln wird: Wenn ein 50-jähriger ein Kind zeugt, dann ist er schon über 60, wenn das Kind in die Pubertät kommt und mehr als 70 Jahre alt, wenn das Kind ins Erwachsenenleben mit eintritt. Es stellen sich viele Fragen: Werde ich dann noch fit und gesund genug sein, um ausreichend für das Kind dazu sein? Was passiert, wenn ich zum Pflegefall werde? Was passiert mit meiner Partnerin und dem Kind, wenn ich sterbe? Gewichtige Fragen, die jeder Mann vor der Entscheidung für sich klären sollte. Die finanzielle Versorgung ist dabei meist das geringste Problem, da späte Väter oft schon eine berufliche Karriere hinter sich haben, bzw. ausreichend fürs Alter abgesichert sind.


Kinder mit späten Vätern

Für die Kinder, die einen „alten“ Vater haben, gibt es erst einmal keine Probleme, sondern eher die Vorteile, die ein gelassener Vater bietet. Späte Väter gehen die Vaterschaft oft sehr bewusst an. Sie haben ihr Leben gelebt, die Karriere ist abgeschlossen und so können sie sich ganz auf das Kind konzentrieren und sich die Zeit nehmen, ihm beim Aufwachsen zu helfen. Schwierigkeiten können eventuell durch den Generationsunterschied entstehen, die Werte und Regeln haben sich seit der Kindheit des Vaters geändert. Dieses Problem besteht durch unsere rasanten Zeiten allerdings in abgeschwächter Form bei nahezu jeder Elternschaft.


Letzten Endes zählt immer die Liebe, das Verständnis und die Zuwendung, die ein Kind erfährt. Und das ist sicher nicht vom Alter des Vaters abhängig, sondern vom Selbstverständnis und den Ansprüchen, die die Eltern an die Erziehung und Betreuung ihres Kindes haben.

 

 


Zum Weiterlesen:


http://woman.brigitte.de/leben-lieben/familie/spaete-vaeter-1011573/


http://www.zeit.de/zeit-wissen/2009/04/Alte-Vaeter

 


 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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