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14 Juni, 2013 - 02:00
 

Internationaler Vatertag: Mit Bollerwagen, aber völlig anders

Man kennt das Bild: Wenn am Vatertag die Sonne aufgeht, haben die ersten Herren der Schöpfung schon ein paar Bier intus. Den Sonnenuntergang erleben diese Männer dann häufig gar nicht mehr, jedenfalls nicht wachen Zustandes. Der Internationale Vatertag ist anders. Und hat eine Botschaft.

© auremar - Fotolia.com

Der Vatertag, so wie wir ihn kennen, hat ein schmutziges Image. Und er hat alles gemacht, um dieses negative Bild aufzubauen. Besoffene Männer - in vielen Fällen nicht einmal Väter - streifen grölend durch die Stadt, vernichten Unmengen an Alkohol, singen laut und falsch Unsinn vor sich hin - oder pfeifen Frauen hinterher (vorausgesetzt, ihre Motorik erlaubt ihnen das noch). Am 16. Juni 2013 findet jedoch gewissermaßen ein alternativer Vatertag statt. Was steckt dahinter?

 

Es geht um Respekt und Anerkennung

Väter sind genauso wichtig wie Mütter. Das ist das Credo des Internationalen Vatertages, der im Jahr 2012 das erste Mal in Deutschland organisiert wurde. Damals fand am 17. Juni vor dem Bundestag eine große Kundgebung statt, die deutlich machte, dass es den Vätern um mehr ging als um Bierlaune oder schmutzige Witze. Sie hatten einen Plan und Forderungen im Gepäck, die folgendermaßen aussahen (und aussehen):

 

  • Gefordert wird zunächst einmal die Wertschätzung des Vaters. Darüber hinaus geht es um bessere Rahmenbedingungen, um ein engagiertes Vatersein zu ermöglichen, und zwar innerhalb der Familie, im Beruf und letztlich in der Gesellschaft.
  • Gefordert wird die Gleichstellung von Vätern und Müttern. Dabei dürfen Religion, Status, Lebensform oder Weltanschauung keine Rolle spielen.
  • Gefordert wird die Mitwirkung der Politik, um eine Etablierung des Internationalen Vatertages zu erreichen. Jedes Jahr. Im Juni. Am dritten Sonntag in ganz Deutschland.

 

Deutsche Hirngespinste?

Brauchen wir wirklich einen speziellen Feiertag für Väter? Ist das nicht ein bisschen kleinlich? Und irgendwie typisch deutsch? Nein, sagen die Köpfe des Internationalen Vatertages, es ist weder typisch deutsch noch kleinlich. Im Übrigen ist Deutschland eines der wenigen Länder, die einen solchen Feiertag nicht haben. Am jedem dritten Sonntag im Juni werden in mehr als 60 Ländern Väter in besonderer Weise gewürdigt, beispielsweise in den USA, in Frankreich, den Niederlanden, Japan, Kanada, Griechenland, China und der Türkei.

 

Sonora Smart Dodd und ihr ganz besonderer Vater

Wenn man bedenkt, wo der Vatertag seinen Ursprung hat und welche Geschichte dahinter steckt, machen sich die Saufgelage der heutigen Zeit gleich noch peinlicher aus. Es war im Jahr 1910, als Sonora Smart Dodd in den USA ihren ganz persönlichen Vatertag ausrief. Sie wollte damit ihre Wertschätzung ihrem eigenen Vater gegenüber zum Ausdruck bringen, der seine sechs Kinder alleine groß gezogen hatte. Den Muttertag gab es damals schon, und er war sicher mit dafür verantwortlich, dass der Vatertag es ebenfalls schaffte, als Feiertag aufgenommen zu werden. Im Jahr 1972 war es Präsident Richard Nixon, der endgültig dafür sorgte, den speziellen Tag für Väter als offiziellen Feiertag einzuführen.

 

Väter sind nicht besser – nur anders

Die Forderung nach einem anerkannten Vatertag ist nicht etwa der Versuch, Männer und Frauen gegeneinander auszuspielen. Im Gegenteil, die Verantwortlichen des Internationalen Vatertags betonen, dass sowohl Mutter als auch Vater für die Erziehung eines Kindes verantwortlich sind. Entweder zusammen oder auch getrennt. Sie fordern jedoch die Gleichberechtigung von Vätern, auch vor dem Gesetz. Väter sind sicherlich nicht besser als Mütter, sie sind anders, sie reden anders, lachen anders, sie riechen und fühlen anders, streiten, erzählen und kochen anders, sie erzählen andere Geschichten und zeigen ihren Kindern die Welt aus einer anderen Perspektive.

 

Streitpunkt Sorgerecht

Einer der Kernpunkte, um die es beim Internationalen Vatertag geht, ist das Sorgerecht. Alleinerziehung schadet Kindern zwar, zu vermeiden ist sie jedoch nicht immer. Wenn zwei Menschen sich trennen, geht es darum, dem Nachwuchs die Rahmenbedingungen zu schaffen, die das Kind am wenigsten leiden lassen. Das Sorgerecht sorgt regelmäßig dafür, dass genau das schief geht. Weil die Ex-Partner sich in Rosenkriegen um das Sorgerecht zerfleischen. Eine Forderung des Internationalen Vatertages ist daher die Abschaffung des Sorgerechts als Streitobjekt. Es stehe nicht zur Disposition eines Elternteils, dem Ex-Partner ein Recht zu verwehren, das natürlich ist.

 

Party in Köln

Bei aller politischen Ernsthaftigkeit, ein Feiertag ist nun mal auch zum Feiern da. Deshalb ist für Köln am 16. Juni 2013 eine Party geplant. Wie in anderen Ländern auch gibt es Luftballons, Geschenke, Grußkarten und eine Menge Spaß. Köln ist übrigens nicht die einzige Stadt, in der es Veranstaltungen rund um den Internationalen Vatertag gibt. Auch in anderen Städten werden Väter geehrt. Von ihren Kindern, Frauen, Freunden und Verwandten.

 

Der Bollerwagen in neuem Glanz

Wer heute das Wort „Vatertag“ hört, der denkt unwillkürlich an Sauftouren und kistenweise Bier und Schnaps. Er denkt an lallende Männer, die in der Öffentlichkeit urinieren und spätestens Mittag voll wie ein Eimer sind. Der Internationale Vatertag will dazu beitragen, dass dieses schlechte Image irgendwann einmal Schnee von gestern ist und Väter für ihre Leistungen, ihre Liebe und ihr Verantwortungsbewusstsein geehrt werden. Dabei kann übrigens durchaus auch der Bollerwagen mit von der Partie sein. Haufenweise Bier, Schnaps und was sonst noch die Sinne vernebelt, wird sich in den Wagen jedoch nicht befinden. Nur lachende Kinder, die von ihren Vätern gezogen werden.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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