Ein zweites Kind ist für viele Paare fester Bestandteil der Familienplanung. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt? Die Antwort darauf lautet: immer – oder auch nie, denn es gibt ebenso viele Gründe, die dafür wie dagegen sprechen, aus dem schon vorhandenen Einzelkind ein Geschwisterkind zu machen.

Das erste Kind ist etwas ganz besonderes. Als Paar ein eigenes Kind zu haben ist neu aufregend und anstrengend. Das Kind bekommt die ungeteilte Aufmerksamkeit von Eltern und Großeltern. Wenn dann ein Geschwisterkind auf die Welt kommt, ist das für das erste Kind oft ein Schock: Allzu schnell und unvermittelt wird es von seinem Thron gestoßen und muss plötzlich alles teilen.

Nicht wenige Eltern sind nach der Geburt ihres zweiten Kindes überrascht, wie stark sich die Charaktereigenschaften der Geschwister voneinander unterscheiden. Ruhig und gelassen das eine Kind – wild und aufbrausend der andere Sprössling. Wie kann das sein?

Gerechtigkeit ist für den Großteil der Menschen ein hehres Ziel. Besonders Eltern kämpfen täglich damit, ihre Kinder gerecht zu behandeln. Gerecht heißt jedoch nicht immer unbedingt gleich – vielmehr ist Gerechtigkeit in der Erziehung das Erfordernis, jedes Kind mit seinen Bedürfnissen gleichermaßen zu respektieren.

Wenn das zweite Kind geboren wird, verändert sich die Familienstruktur dramatisch. Das Erstgeborene, das jäh von seinem Thron geworfen wird, reagiert oft mit Eifersucht auf das Geschwisterchen, wenn die Eltern nicht aufmerksam mit der neuen Situation umgehen. Werden jedoch einige Grundsätze befolgt, dann können brenzlige Momente schnell entschärft werden.

Eltern mit mehreren Kindern kennen das Problem: Der oder gerne auch die Große ärgert das jüngere Geschwisterkind - und zwar einfach deshalb, weil er oder sie es kann. Macht auszuüben kann gerade für Kinder sehr reizvoll sein. Da wird mit Absicht das Spielzeug weggenommen, geschubst und geärgert - einfach so.

„Mensch, Markus, jetzt sag’ du doch auch mal was!“ Das ist so typisch für Claudia. Immer wenn’s unangenehm mit unserem 7-jährigen Sohn wird, zieht sie an meinem Hemdsärmel und erbittet flehentlich rhetorische Unterstützung. Meistens springe ich dann auch recht eloquent ein. Aber dieser Fall war anders. Dieses Mal ging es nicht um verschüttete Milch oder angekritzelte Wohnzimmerwände. Es ging darum, Linus zu erklären, dass er bald ein Geschwisterchen bekommen würde.

Ist das Gerechtigkeitsempfinden angeboren oder von den Eltern erlernt? Die Wissenschaft streitet sich darüber, ob die Genetik oder das Umfeld hier die Oberhand hat. Die Psychologie geht davon aus, dass Kinder ihren Gerechtigkeitssinn im Laufe der ersten Lebensjahre entwickeln - und zwar nach dem Vorbild der Eltern. Wie viele andere kindliche Eigenschaften ist auch das Gefühl für Gerechtigkeit und Fairness unterschiedlich stark ausgeprägt.

Gehören Sie auch zu den Eltern, denen die ewigen Streitereien der Kinder den letzten Nerv rauben? Dann trösten Sie vielleicht die Ergebnisse von Wissenschaftlern der Universität Cambridge: Streiten macht nämlich schlau, erweitert den Wortschatz und fördert die sozialen Kompetenzen.

Fast alle Eltern haben eines ihrer Kinder lieber als das andere – aber die wenigsten gestehen sich das ein. Ein Vater schreibt offen darüber, dass er ein Lieblingskind hat. Er fühlt sich nicht gut dabei. Auch, weil er selbst erlebt hat, wie es ist, nicht die Nummer eins seiner Eltern zu sein.

Seit Jahren stagnieren die Geburtenzahlen in Deutschland oder sind sogar rückläufig. Der Trend geht zur Kleinfamilie. Dabei gibt es viele gute Gründe, einem Einzelkind ein Geschwisterchen hinzuzufügen. Wir haben die besten davon in einer Top 10 – Liste zusammengestellt.

Viele Familien wünschen sich zumindest zwei Kinder. Doch schnell stellt sich die Frage, wie lange man zwischen beiden Kindern warten sollte. Kommen die Kinder zu schnell aufeinander, kann es zu Eifersüchteleien zwischen den Kindern kommen. Wartet man zu lange, kann das ältere Kind mit dem Jüngeren vielleicht nichts mehr anfangen.

Jedes Kind möchte von seinen Eltern geliebt werden und an erster Stelle stehen. Für Einzelkinder ist das vergleichsweise leicht. Geschwisterkinder stehen dagegen in einem ständigen Wettkampf, um die Gunst der Eltern. Ein ganz natürlicher Prozess, der sich auf die Entwicklung sogar günstig auswirkt, meinen Psychologen.

Das jüngste Kind nimmt im Familiensystem eine Sonderrolle ein – einerseits verhätschelt, muss es andererseits auch häufig warten und teilen. Es hat nie erlebt, alleiniger Prinz oder alleinige Prinzessin zu sein. Auf die jüngsten Kinder, die Nesthäkchen, warten in einer Familie ganz besondere Herausforderungen.

Einzelkinder sind besser als ihr Ruf. Sie müssen nicht zwangsläufig altklug, ichbezogen und verwöhnt sein. Diese Vorurteile sind oft völlig unberechtigt, denn gerade Einzelkinder können mit einem großen Gefühl der Sicherheit aufwachsen, was wiederum gut fürs Sozialverhalten ist.