Aus Angst, aus praktischen Gründen oder weil es scheinbar nicht anders geht, bringen viele Eltern Ihre Grundschulkinder Tag für Tag in die Schule, zum Fußballtraining oder zum Treffen mit dem besten Kumpel. Gut gemeint ist hier allerdings nicht unbedingt gut gemacht, denn Kinder, die im Elterntaxi transportiert werden, entgeht so einiges.

Die Kindheit besteht zu einem großen Anteil aus Lernen. Kinder machen jeden Tag unzählige Erfahrungen und das ist auch wichtig so, denn nur aus selbst Erlebtem schafft man sich einen echten Wissensschatz, auf den man sein Leben lang zurückgreifen kann. Dieses Prinzip gilt für alle Lebensbereiche, ganz besonders aber für den Bereich der Motorik. Was kann mein Körper? Was kann ich ihm zumuten und wann überfordere ich ihn? Dies lernt das Kind dadurch, dass es Dinge ausprobiert und sich in Situationen bringt, in denen einem als liebender Vater die Haare zu Berge stehen. Doch gerade die „gefährlichen“ Momente bringen dem Kind unendlich viel.

„Das kann ich doch schon allein!“ So lautet die Devise unserer Kinder ab dem zweiten Lebensjahr. Eine mitunter strapaziöse Zeit für uns Eltern. Doch die ersten selbstständigen Versuche unseres Nachwuchses sind immens wichtig. Denn nur so lernen schon die Kleinsten, mit den künftigen Herausforderungen des Lebens zurechtzukommen und ein immer größeres Verständnis für ihre Umwelt zu entwickeln. Wie Sie Ihre Kinder dabei unterstützen können, soll heute unser Thema sein.

Alle Eltern wünschen sich ein starkes und mutiges Kind, das seinen Weg im Leben meistern kann. Damit dieser Wunsch Realität wird, braucht das Kind ein gesundes Selbstbewusstsein. Eltern können von Geburt an dafür sorgen, dass ein Kind seinen eigenen Wert erkennt und sich selbst schätzt.

In der Psychologie bezeichnet Selbstwirksamkeit die Gewissheit, neue und schwierige Aufgaben bewältigen zu können. Diese Gewissheit erreicht ein Kind, wenn es durch Erfolgserlebnisse das Selbstbewusstsein erlangt hat, Herausforderungen anzugehen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass Eltern darauf vertrauen, dass ihr Kind die Kompetenz hat, etwas zu schaffen und ihm die nötigen Freiräume lassen. Unterstützung bietet das Prinzip: „Hilf mir es selbst zu tun“ von Maria Montessori.

Eine tolle Vorstellung: Papa arbeitet im Home Office und ist für seine Kinder mehr als nur ein Wochenend-Papa. Nicht nur die Vorstellung, auch die Realität kann toll sein – wenn die wichtigsten Grundlagen für die Arbeit im Home Office beachtet und klare Grenzen gesetzt werden.

Schon sehr früh entwickeln sich Kinder zu Persönlichkeiten mit einer eigenen Meinung, eigenen Bedürfnissen und Ansichten. Als Mitglied der Familie sollten auch sie ein Mitspracherecht erhalten, allerdings immer im Rahmen ihrer geistigen Entwicklung und ihrer Kompetenzen. Kinder, die zu früh zu viel selbst entscheiden dürfen, werden dadurch schnell überfordert.

Fehler und Niederlagen sind für Kinder bitter. Noch bitterer sind sie oft für die Eltern, die das „Versagen“ des Kindes und seine Frustration mit ansehen müssen. Dennoch ist es für ein Kind außerordentlich wichtig, Fehler zu machen, denn wie sagt das schöne Sprichwort: „Aus Schaden wird man klug!“. Geben Sie Ihrem Kind die Chance, Fehler zu machen und daraus Wichtiges fürs Leben zu lernen.

Wir alle wollen, dass unsere Kinder im Leben gut klarkommen. Das gilt jetzt genauso wie später. Die Erziehung zur Selbständigkeit ist ein wichtiger Aspekt, allerdings müssen Eltern das richtige Maß finden. Zuviel Selbständigkeit überfordert Kinder, zu wenig davon macht es ihnen schwer, sich im Leben gut zurechtzufinden.

Sobald Kinder ihre Umgebung bewusst wahrnehmen, werden sie auch mit dem Thema Geld konfrontiert. Kinder können mit Geld erst einmal reichlich wenig anfangen. Spielerisch werden sie an das Konzept von Geld und bezahlen-müssen herangeführt. Irgendwann ist es dann soweit: Sie wollen selbst mit Geld hantieren. Es wird Zeit fürs erste Taschengeld.

Jahrelang umsorgen Eltern ihr Kind, sind immer da, schützen und behüten es. Doch je älter es wird, desto selbstständiger wird das Kind und irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem es allein zuhause bleiben kann. Wann dieser Zeitpunkt gekommen ist, hängt nicht nur vom Kind, sondern auch von den Eltern ab.

Autor Mate Tabula sieht sich nicht als Helikoptervater, der ständig besorgt um seine Kinder herumschwirren muss. Eher als das Gegenteil: als Leuchtturmdaddy.

Meist sind es die Mütter, die mit Wehmut beobachten wie aus ihrem süßen und knuddeligen Baby ein Kleinkind wird, das erste eigene Wege geht und eigene Wünsche hat. Aber auch Väter müssen Abschiednehmen – und sich darauf vorbereiten, dass die Ansprüche des Kindes an sie als Elternteil größer werden.

Fast alle Eltern haben den Wunsch, dass Ihr Kind möglichst gut auf das Leben „da draußen“ vorbereitet wird. Das kann es nur, wenn es selbstständig agieren und die Verantwortung für sich und seine Handlungen übernehmen kann. Damit die Kleinen das von der Pike auf lernen können, brauchen sie von den Eltern Freiraum und Rückhalt zugleich.

Eine Mutter, die ihr Kind stillt. Auf dem Titelblatt des amerikanischen „Time“-Magazins. Allein das ist für die eher prüden Amerikaner schon eine Diskussion wert. Wenn das Kind jedoch schon fast vier Jahre alt ist, geht ein lauter Schrei der Empörung durch die Medien und das Volk. Attachment Parenting, ein Begriff, der schon vor 20 Jahren geprägt wurde, wird nun allerorts diskutiert. Die Frage ist, ob diese Philosophie förderlich für ein Kind ist oder ihm schadet.