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28 Juni, 2016 - 10:16
 

Von Anfang an dabei - Was die Geburt mit Vätern macht

Das Geburtserlebnis ist auch für den Mann etwas Einzigartiges und Besonderes. Mitzuerleben, wie ein neues Leben die Welt betritt, wie das Baby seinen ersten Schrei tut, ist unbeschreiblich. Forscher sind der Meinung, dass Väter, die die Geburt miterlebt haben, später feinfühliger und geduldiger sind.

© StefanieB. - Fotolia.com

Sie werden manchmal vollmundig „Helden im Kreißsaal“ genannt. Männer, die bei der Geburt Ihrer Kinder mit dabei sind, fühlen sich aber oft gar nicht als Helden, sondern eher nutzlos oder es wird ihnen im Extremfall sogar schlecht. Unabhängig davon, ob die Fast-Väter sich als störend oder helfend erweisen, eins ist sicher: Eine Geburt lässt keinen Mann unberührt.


Väter im Kreißsaal schaden nicht

Auch wenn Sie vielleicht nicht wirklich helfen können, Sie schaden auch nicht. Jedenfalls nicht, wenn Sie sich bewusst sind, dass Ihre Frau und Ihr Nachwuchs in jeder Hinsicht Priorität haben. Viele Frauen können mit Händchen halten, Atemübungen und der ganzen Unterstützung aus dem Geburtsvorbereitungskurs nicht sehr viel anfangen. Väter machen die Geburt nicht schneller oder leichter, das wurde in neueren Studien ermittelt. Trotzdem tut es gut, den Partner an der Seite zu wissen – und für Sie als werdenden Vater ist es die Möglichkeit, die Bindung zum Kind von Anfang an zu stärken. Mittlerweile sind etwa 90 % der Väter bei der Geburt dabei, nicht wenige nutzen die Möglichkeit, die Nabelschnur zu trennen oder der Erste zu sein, der das Neugeborene in den Armen hält. Wichtig für einen möglichst reibungslosen Ablauf der Geburt: Der Mann ist Begleiter seiner Partnerin und kein Geburtshelfer!


Ein unglaubliches Gefühl!

Bis zur Geburt sind Männer immer ein wenig außen vor. Sie spüren das Kind nur durch den Bauch der Mutter, die wirkliche Bindung entsteht erst ab der Geburt. Unser guter Rat: Nutzen Sie die Chance! Direkt nach der Geburt wird das Baby mit dem sogenannten APGAR-Test überprüft. Tragen Sie das neue Leben zum Untersuchungstisch, halten Sie es an der nackten Brust, während die Mutter nach der Geburt versorgt wird. Dieser Vorgang wird auch als Bonding bezeichnet und sorgt nachweislich für eine enge Bindung zwischen Vater und Kind von Anfang an.


Die wichtigsten Tipps für den Geburtspartner

Der wichtigste Tipp für werdende Väter: Nerven Sie nicht, denn Sie sind jetzt einfach nicht dran. Darüber hinaus können Männer ihre Frauen direkt und indirekt bei der Geburt sehr gut unterstützen. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Partnerin, was sie sich wünscht, was sie braucht und worauf sie gerne verzichten kann. Hier haben wir außerdem für Sie unsere besten Tipps für die Geburt:

  • Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen, wenn Ihnen vor, während oder direkt nach der Geburt etwas komisch vorkommt. Ihre Partnerin ist beschäftigt und es ist Ihre Aufgabe, auf sie zu achten.
  • Bleiben Sie flexibel. Das gilt vor allem für die zweite Geburt. Die kann nämlich gänzlich anders als beim ersten Mal verlaufen. Das heißt auch, dass die Geburt in der Wanne, die fürs erste Kind perfekt war, beim zweiten gar nicht angesagt ist. Sparen Sie es sich, Ihrer Partnerin hierbei ungefragt mit Rat zu traktieren.
  • Der Job Ihrer Frau ist es, das Kind zu kriegen, Sie sind dafür zuständig, dass sie sich sonst um nichts Gedanken machen muss. Insbesondere das Gefühl, dass Sie direkt nach der Geburt aufs Kind achten, gibt vielen Frauen Ruhe und Sicherheit.
  • Treffen Sie Entscheidungen, aber nur wenn es sein muss. Ist Ihre Partnerin zu erschöpft oder beschäftigt, um das zu tun, dann nehmen Sie entschieden das Ruder in die Hand. Hilfreich ist, wenn Sie sich vorher schon über Vorgehensweisen für bestimmte Situationen wie zum Beispiel einen Notkaiserschnitt verständigt haben.
  • Seien Sie geduldig. Eine Geburt kann dauern und scheint oft wenig mit Effizienz zu tun zu haben. Trösten Sie sich selbst bei Bedarf mit dem Spruch: „Raus kommen sie alle!“ Er ist platt, aber wahr.
  • Achten Sie auf sich. Wird Ihnen schlecht oder halten Sie die Geburt emotional nicht mehr aus, dann ist Ihre Frau nicht die, die jetzt für Sie da sein kann. Verabschieden Sie sich kurz und kümmern Sie sich darum, wieder fit zu werden.
  • Bleiben Sie am Kopfende Ihrer Frau. Kümmern Sie sich um Getränke, einen kleinen Snack, kühlen Sie ihre Stirn, wenn ihrer Frau das angenehm ist.

Manche Männer sind einfach nicht für Geburten gemacht. Das ist keine Schande. Überlegen Sie dann bereits im Vorfeld, wie lange Sie bei der Geburt dabei sein können ohne umzukippen und wann Sie wieder dazustoßen möchten.


Gutes Gelingen. Sie schaffen das – alle drei!

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de