Jeder Mensch hat seine ganz persönliche Geschichte. In Zeiten, in denen jede dritte Ehe wieder geschieden wird, ist es fast schon normal, wenn der Partner Kinder aus einer anderen Beziehung hat – und die gehören dann auch zur Familie und sollten bei Besuchen harmonisch integriert werden.

Neugeborene sind zu 100 Prozent darauf angewiesen, dass sie von einer oder mehreren erwachsenen Personen versorgt werden. Und auch in den weiteren Lebensjahren sind Bezugspersonen überlebenswichtig. Zum einen für die Erfüllung der körperlichen Bedürfnisse, zum anderen aber auch als Vorbild und emotionaler Anker.

Viele Väter haben zu wenig Zeit für Ihr Kind. Dies ist meist durch die Arbeitssituation bedingt. Väter arbeiten häufig lange, pendeln oder sind sogar nur am Wochenende zuhause. Rituale und Spiele machen diese Zeiten für Vater und Kind erträglicher.

Eine Scheidung ist nie schön. Vieles, das in der Vergangenheit bereits an der Beziehung nagte, kommt oft noch einmal viel drastischer auf den Tisch. Der Schmerz zweier verletzter Partner kann dazu führen, dass es während der Scheidung noch einmal „richtig zur Sache geht“. Wenn die Ehe Kinder hervorgebracht hat, wird es noch schwieriger, denn sie leiden mit. Umso wichtiger ist die Zeit nach der Trennung. Zeit, die vielfach nur am Wochenende miteinander verbracht wird.

Wird eine Beziehung beendet, beginnt eine neue Zeitrechnung. All das, was vorher gemeinsam geplant und gemacht wurde, wird nun aus zwei Blickwinkeln betrachtet. Für die ehemaligen Partner bedeutet diese neue Situation, dass die Kommunikation anders gestaltet werden muss. Das ist ein Lernprozess, der nicht immer reibungslos verläuft.

Wer Kinder hat, kennt das Phänomen: Der bisher so aufgeschlossene Säugling beginnt plötzlich, sich vor jedem zu fürchten, den er nicht ausgesprochen gut kennt. Selbst die zuvor so begeistert aufgenommenen Großeltern werden mit lautem Weinen begrüßt und der Kleine ist erst einmal nicht zu bewegen, auf Omas Arm zu kommen.

Von einem modernen Arbeitnehmer wird heutzutage ganz selbstverständlich erwartet, dass er bereit ist, zu reisen. Und viele haben auch gar nicht die Wahl, sich dafür oder dagegen zu entscheiden. Doch Berufspendler müssen einiges erdulden, wenn sie von montags bis freitags in der Ferne sind. Nicht weniger aufreibend ist es für die Daheimgebliebenen. Besonders wenn kleine Kinder mit dabei sind.

Wenn ein Elternteil stirbt oder sich nach einer Trennung gänzlich aus der Familie verabschiedet, dann fehlt Kindern ein wichtiger Halt im Leben, ganz gleich, ob es sich um Vater oder Mutter handelt. Die Auswirkungen sind fatal, denn Kinder brauchen Vorbilder aus beiden Geschlechtern.

Die Zahlenangaben sind schwankend, aber eines ist klar: Alleinerziehende Väter sind längst keine Exoten mehr und die Tendenz steigt. Immer mehr Väter wollen oder müssen nach der Trennung die volle Verantwortung für ihre Kinder übernehmen. Und auch wenn das Leben dadurch komplizierter wird, ist die enge Bindung zwischen Vater und Kind ein Gewinn für beide.

Trennungen und Scheidungen lassen scheinbar zunächst einmal alles aus den Fugen geraten. Alles, was früher Bestand hatte und selbstverständlich war, ändert sich fast schlagartig. Darunter leiden Väter, Mütter und Kinder ganz besonders. In den meisten Fällen kommt es nach einer Trennung dazu, dass Sie als Vater in eine eigene Wohnung ziehen und das Kind bei der Mutter bleibt. Gegenteilige Regelungen sind eher selten, wenngleich es sie natürlich gibt. Die häufigste Absprache lautet, dass Väter ihre Kinder alle 14 Tage sehen. Doch ist das nicht eine Laborsituation, die gar nicht richtig „normal“ ablaufen kann?

Dass eine Scheidung nicht billig ist, ist allgemein bekannt. Zumindest ist es möglich, die voraussichtlichen Kosten halbwegs im Voraus zu beziffern. In manchen Fällen kann man sogar zum Nulltarif geschieden werden.

Die meisten Betroffenen sind nach einer Trennung emotional stark belastet und müssen sich dann auch noch mit allerlei Rechtsfragen rund um Unterhalt, Sorgerecht und Vermögen auseinandersetzen. Nicht vergessen sollte man bei alledem aber auch die Steuerfragen, denn diese können sehr weitreichende finanzielle Folgen haben.

Einschneidende Erlebnisse im Leben hinterlassen Spuren und prägen das weitere Leben - das gilt für unsere Kinder im besonderen Maße. Eine Trennung der Eltern ist so ein Erlebnis und für Kinder schmerzhaft und mit Verlustgefühlen verbunden. Allerdings muss diese große Veränderung keine Narben und auch keine Traumata hinterlassen.

Trennt sich ein Paar und sind Kinder vorhanden, dann ist es nicht möglich, sich einfach für immer Lebewohl zu sagen. Die Elternbeziehung bleibt lebenslang bestehen. Damit aus dem sich trennenden Ehepaar ein funktionierendes Elternteam werden kann, müssen schwelende Konflikte möglichst gut geklärt werden. Die Mediation kann hier die entscheidenden Weichen stellen.

Babys und Kleinkinder sind auf ihre Eltern angewiesen, das wissen sie instinktiv. Kein Wunder also, dass Trennungen Angst machen und beim Kind zu Panik führen können. Damit aus der reflexartigen Angst kein lebenslanges Muster wird, können Eltern einiges tun.