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4 Oktober, 2017 - 03:20
 

Prägung – Die ersten Lebensjahre sind entscheidend

Am Anfang seines Lebens sind die Eltern für ein Kind Dreh- und Angelpunkt, sie geben ihm Werte, Verhaltensweisen und die grundsätzliche Sicht auf die Welt mit. Man spricht hier auch von Prägung. Sie entsteht aus der Summe aller Eindrücke aus dem Umfeld und der Erziehung.

© Irina Schmidt - Fotolia.com

Ein wichtiger Vorgang im Rahmen des kindlichen Lernens ist die Prägung. Vom Lernen aus Erfahrung oder durch Versuch und Irrtum unterscheidet sich diese Form allerdings in einem wichtigen Punkt: Sie findet unwillkürlich statt und ist weder mit gestellten Aufgaben, mit Belohnung oder Bestrafung verbunden. Prägung findet in einer bestimmten Lebensphase statt, die Ergebnisse sind kaum oder nur teilweise reversibel und kann sie auch nicht nachgeholt werden.


Positive Prägung – negative Prägung

Erlebnisse und Interaktionen mit der Umwelt – das ist leicht verständlich - prägen den Menschen. Durch die Wiederholung von bestimmten Situationen oder Erfahrungen über einen längeren Zeitraum in den ersten Lebensjahren – der Prägungsphase - bildet sich ein Kind sein Bild von der Welt. Je nach Art der Erfahrung kann dieses positiv oder negativ sein. Emotionale Vernachlässigung, Trennung oder traumatische Erlebnisse vermitteln dem Kind, dass die Welt ein gefährlicher Ort ist. Andersherum sorgt ein weitgehend positives Umfeld mit guten Erfahrungen dafür, dass ein Kind die Welt als einen guten und sicheren Ort wahrnimmt. Es entwickelt Vertrauen in sich selbst, in das Leben insgesamt und in andere Menschen. Dieses Bild von der Welt wird der Mensch sein ganzes Leben im Unterbewusstsein in sich tragen. Es bestimmt sein Verhalten, seine innere Einstellung und seine Reaktionen.


Prägung erzeugt Schlüsselreize

Schlüsselreize spielen in unserem Leben eine wichtige Rolle. Dabei handelt es sich um einfache Reize, die visuell, chemisch, akustisch oder auch taktil sein können. So wird ein Mensch, der als Kind viel liebevollen Körperkontakt erfahren hat, sich automatisch wohlfühlen, wenn er berührt wird. Ist Körperkontakt negativ besetzt, erzeugt er Angst, Ablehnung und Widerstand. Wird der Reiz, der in der Prägungsphase gesetzt wurde, aktiviert, läuft sozusagen ein bestimmtes Programm ab, das den Menschen gemäß seiner Prägung steuert.

Viele Eltern kennen es: Auch wenn wir glauben, uns längst von unseren Eltern gelöst zu haben, kommen - spätestens dann, wenn wir eigene Kinder haben - alte Muster und Verhaltensweisen unserer Eltern plötzlich wieder zum Vorschein. Die Elternschaft ist ein Schlüsselreiz für unsere frühkindliche Prägung.


Kinder positiv prägen – Liebe und Zuwendung von Anfang an

Heute weiß man, dass die Prägung in den ersten Lebensjahren einen Menschen deutlich mehr bestimmt als die genetische Veranlagung. Sie bestimmt, wie wir in verschiedenen Situationen ganz automatisch und unbewusst reagieren. Eine positive Prägung in den ersten Lebensjahren wird durch ein liebevolles Elternhaus mit viel Zuwendung, Verständnis und Nähe erzielt. Durch diese Form der Prägung, zu denen übrigens auch das Bonding in den ersten Stunden nach der Geburt gehört, lernen unsere Kinder, dass das Leben schön und die Menschen gut sind – eine positive Prägung, von der sie ihr Leben lang profitieren werden.

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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