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8 März, 2016 - 22:54
 

Die besten Tricks in der Kindererziehung

Kindererziehung ist harte Arbeit und bringt uns Eltern alle irgendwann einmal an unsere Grenzen. Deshalb sind mitunter kreative Lösungen und Kompromisse gefragt, die zum einen nicht den eigenen Prinzipien im Umgang mit dem Kind widersprechen, zum anderen aber auch das gewünschte Ziel schnell und ohne Theater erreichen.

© Yuri Arcurs - Fotolia.com

Ein entspanntes Miteinander ist mitunter wichtiger als die Einhaltung strikter Erziehungsprinzipien. In einigen Fällen lässt sich beides gekonnt verbinden und wir erreichen unseren Willen, ohne dass das Kind es merkt. Wer jetzt laut Manipulation schreit, hat nur zum Teil Recht, denn es gibt auch ganz einfache und klare Methoden, die in der Kindererziehung wirken. Die einfachste davon heißt: Regeln.


Händewaschen, Zähneputzen – klare Familienregeln helfen beim Durchsetzen

Im Zusammenleben mit einem Kind gibt es etliche Sonderfälle, auf die individuell reagiert werden muss. In anderen Bereichen ist die Sache vergleichsweise leicht, denn bestimmte Tätigkeiten und Anforderungen können mit klaren Regelungen durchgesetzt werden. Wichtig dabei ist lediglich, dass diese Regeln auch konsequent eingesetzt werden. Nach einer Phase des Widerspruchs gibt es irgendwann einfach keinen Diskussionsbedarf mehr. Geeignet für Familienregeln (an die sich dann natürlich auch alle halten müssen) sind zum Beispiel folgende Situationen:

  • Alles was mit Hygiene zu tun hat wie vor dem Essen und nach dem Toilettengang Händewaschen, regelmäßig Zähneputzen.
  • Die Regeln zum Aufstehen nach dem Essen.
  • Höflichkeitsregeln (zum Beispiel Anklopfen vor dem Eintreten in private Zimmer)
  • Regelungen zur Hausaufgabenerledigung
  • Sprachlicher Umgang miteinander (keine Beschimpfungen oder Schimpfwörter)


Viele Regeln lassen sich schon bei kleinen Kindern in Form von Ritualen einführen und werden mit etwas Glück erst wieder in der Pubertät zur Diskussion gestellt. Ebenfalls eine gängige und effektive Methode zur Etablierung von Regeln und Grenzen ist die 1-2-3-Methode. Generell sollten Sie nie mit Erpressung arbeiten, sondern sich sinnvolle Konsequenzen überlegen, die bei Nichtbefolgen der Regeln auf das Kind zukommen.


Kinder und Lebensmittel – Ein Grund zum Verzweifeln

Die Speisenvorlieben bzw. –abneigungen unserer Kinder sind manchmal zum Haare raufen und führen immer wieder zum Drama. Dabei gibt es verschiedene Methoden, wie Sie Ihr Kind dazu bringen können, sich wenigstens halbwegs gesund zu ernähren, von einigen merkt Ihr Kind nicht einmal was.

  • Irgendwas mag jedes Kind und dieses Irgendwas können Sie mit kleinen Mengen gesunder Lebensmittel veredeln. Kleingeschnittene Möhren fallen in der Tomatensoße ebenso wenig auf, wie Blumenkohl in der Lasagne oder das selbstgemachte Apfelmus ohne Zucker. Auch hilft es, wenn Gemüse auf dem Teller nett angerichtet wird.
  • Lassen Sie Ihr Kind selbst aussuchen, was es an gesunden Lebensmitteln essen will. Dies klappt vor allem bei Obst richtig gut. Selbst ausgesuchte Früchte schmecken auch zuhause noch.
  • Fördern Sie die Neugier Ihres Kindes beim Essen. Verlangen Sie, dass alles zumindest einmal probiert werden muss (gerne auch im Restaurant vom Teller der Eltern). Und seien Sie hier selbst ein gutes Vorbild.
  • Essen mit Konsequenz. Größeren Kindern können Sie verständlich machen, wie wichtig es ist, Vitamine und andere wertvolle Nährstoffe aufzunehmen. Verweigert Ihr Kind dies total, dann muss das Konsequenzen haben. Wer kein Obst isst, kann auch keine Kekse oder keinen Pudding zum Nachtisch essen. Ihr Kind wird jetzt „Erpressung“ rufen, halten Sie diese Regel trotzdem durch, denn richtiger Hunger macht so manches Lebensmittel plötzlich schmackhaft.
  • Ein Tipp aus Frankreich: dort werden beim Essen immer mehrere Gänge serviert. Der erste besteht beim Essen mit Kinder aus Gemüse – und es wird darauf geachtet, dass Kinder möglichst hungrig zum Essenstisch kommen.

Generell sollten Sie natürlich auf die Vorlieben und Abneigungen Ihres Kindes eingehen. Irgendetwas Gesundes mag meist jedes Kind und diese Lebensmittel sollten auch so verfügbar wie möglich sein.


Fluchen und Schimpfen – So stoppen Sie unerwünschte Sprachmuster

Die Fluch- und Schimpfphase hat jedes Kind irgendwann einmal und meist ist es ausreichend, wenn die Erwachsenen gelegentliche Unflätigkeiten ignorieren. Hat sich die Verwendung von Schimpfwörtern doch im Sprachgebrauch festgesetzt, dann sollte Ihr Kind sich das schleunigst wieder abgewöhnen. Bei größeren Kindern hilft eine Schimpfwortkasse: Für jedes Schimpfwort muss ein bestimmter (geringer) Betrag eingezahlt werden. Für die Eltern gilt das natürlich auch!


Stressfrei im Restaurant

Essen gehen mit Kleinkind ist nicht immer das reine Vergnügen, das hat mit guter oder schlechter Erziehung erst einmal wenig zu tun. Ein guter Trick ist, dem Kind im Restaurant etwas ganz Besonderes zur Verfügung zu stellen. Dies kann ein neues Malbuch sein oder ein anderer Gegenstand, der Ihr Kind erfahrungsgemäß für eine Weile beschäftigt. Größere Kinder, die sich beim Essen gehen nicht anständig benehmen, müssen beim nächsten Mal zuhause bleiben. Der aktuelle Gaststättenbesuch lässt sich leider kaum mehr retten, auch nicht durch Drohungen.


Was es sonst noch gibt

Neben der Vorgehensweise in bestimmten Situationen, können Eltern viel tun, um Stress mit dem Kind vorzubeugen oder entstandenen Stress gut abzupuffern. Dazu gehört zum Beispiel:

  • Ein möglichst geregelter Tagesablauf fürs Kleinkind, rechtzeitiges ins Bett gehen, ausreichend Schlaf und geregelte Mahlzeiten sorgen für ein gut gelauntes und ausgeglichenes Kind.
  • Aufgedrehte Kinder kann man nicht durch Drohungen zum Stillsitzen bewegen, sie müssen an die frische Luft und ihren Bewegungsdrang ausleben. Je früher man rausgeht, umso weniger Stress gibt es zuvor im Haus.
  • Klare Abmachungen bereits vor Sondersituationen vermeiden – zumindest bei älteren Kindern – Stress von vornherein. Dazu gehört allerdings, dass die Eltern sich Gedanken um die möglichen Eventualitäten machen.
  • Wenn Sie Ihrem Kind schon drohen, dann ziehen Sie die Drohung auch durch. Es gibt nichts Stressigeres, als ein Kind, das seine Eltern nicht ernst nimmt.


Ob einer der genannten Tricks bei Ihrem Kind funktioniert, müssen Sie selbst ausprobieren. Jedes Kind hat eine andere Persönlichkeit und ist deshalb mehr oder weniger empfänglich für die verschiedenen Maßnahmen. Und selbst wenn etwas heute funktioniert, heißt das noch lange nicht, dass das auch für zukünftige ähnliche Situationen gilt. Tragen Sie es mit Fassung und nutzen Sie die Chance, immer wieder Ihre eigenen kreativen Potentiale im Umgang mit Kindern auszuschöpfen.

 

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Autor

Redaktion Vaterfreuden.de
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