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Ernährung in der Stillzeit: Was ist erlaubt und was verboten

Die Zeit der Schwangerschaft ist aufregend, emotional und hoffnungsvoll. Aber auch eine Phase voller Einschränkungen, insbesondere was die Lebensmittelauswahl angeht. Doch wie sieht es aus, wenn das Baby auf der Welt ist? Erfahren Sie, welche Ernährung in der Stillzeit empfohlen wird und ob es verbotene Lebensmittel gibt.

Energiereich essen für den eigenen Körper

In der Stillzeit liegt der Fokus des weiblichen Körpers auf der Versorgung des Kindes mit allen notwendigen Nährstoffen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Ernährung in der Stillzeit möglichst abwechslungsreich und vor allem nährstoffreich gestaltet wird, so dass auch die Mutter gut versorgt ist und voller Energie durch diese intensive Zeit gehen kann. 

Bereits während der letzten Phase der Schwangerschaft ist der Energiebedarf der Frau leicht erhöht. Dies ändert sich auch in den ersten vier bis sechs Monaten nach der Geburt nicht – vorausgesetzt, das Baby wird ausschließlich gestillt. Wie viele Kilokalorien die Mutter in der Stillzeit aber genau zu sich nehmen sollte, lässt sich nur schwer ermitteln. Das Körpergewicht eignet sich zur Orientierung jedoch recht gut, um einen Anhaltspunkt dafür zu bekommen, ob die Ernährung beim Stillen die richtige Menge an Energie liefert: Hält die Mutter ihr Gewicht oder nimmt sie langsam etwas ab, ist die Energiezufuhr in der Regel gut dosiert. 

 

Ernährung in der Stillzeit gesund und lecker gestalten

Die Lebensmittelauswahl in der Stillzeit trägt zur Gesundheit der Frau sowie zu einer guten Milchbildung bei. Dabei ist es wichtig, nicht nur genügend Energie zuzuführen, sondern vor allem auf ausreichend 

  • Vitamine, 
  • Mineralien, 
  • Eiweiß, 
  • wertvolle Kohlenhydrate und 
  • Fette zu achten.

Es geht demnach weniger darum, besonders viel zu essen. Die Ernährung in der Stillzeit sollte vielmehr qualitativ hochwertig sein. Doch welche Produkte sind zu bevorzugen und was sollte Frau beim Stillen nicht essen? 

 

Verbotene Lebensmittel: Was ist in der Stillzeit tabu?

In der Phase der Schwangerschaft gibt es einige Produkte, von deren Verzehr dringend abgeraten wird. Dies sind vor allem rohe, tierische Produkte wie Fisch, Fleisch, aber auch Milchprodukte. In der Stillzeit gibt es hingegen keine grundsätzlich verbotenen Lebensmittel.  Die stillende Frau darf essen, was ihr schmeckt, gut vertragen wird und ihren Nährstoffbedarf deckt. Generell sind die Empfehlungen für die Ernährung beim Stillen identisch mit denen für eine gesunde, nicht-stillende Frau: Vollkornprodukte, fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag, Milchprodukte, zweimal in der Woche hochwertigen Seefisch und dreimal in der Woche Fleisch. Der Flüssigkeitsbedarf liegt in der Stillzeit bei etwa 2 bis 2,5 Litern am Tag und ist somit etwas erhöht.

Dennoch kann es vorkommen, dass das Baby mit Beschwerden auf die Zusammensetzung der Muttermilch reagiert. Ist dies der Fall, darf individuell entschieden werden, was die Frau beim Stillen nicht essen sollte. Leidet das Baby zum Beispiel unter Blähungen oder neigt es zu wunden Stellen am After, kann es sinnvoll sein, die mütterliche Ernährung in der Stillzeit zu beobachten und gegebenenfalls anzupassen. 

Es ist möglich, dass Produkte wie 

  • Kohlgemüse, 
  • Zwiebeln, 
  • Knoblauch oder 
  • Hülsenfrüchte 

zu Magen-Darm-Beschwerden beim gestillten Baby führen. Doch auch diese Lebensmittel sind in der Stillzeit nicht pauschal verboten. Einige Säuglinge reagieren beispielswiese mit wunden Stellen darauf, wenn die Mutter Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Tomaten oder Gurke zu sich nimmt. Doch auch dies ist stets individuell zu betrachten und kann wissenschaftlich nicht belegt werden.

 

Ernährung beim Stillen: Ist wirklich alles erlaubt?

Die Überschrift lässt es schon vermuten: Einige, wenige Einschränkungen gibt es bei der Ernährung in der Stillzeit doch. Diese betreffen allerdings eher den Bereich der Genussmittel. So sollte die stillende Frau unbedingt auf Alkohol und Nikotin verzichten. Zusätzlich ist es sinnvoll, den Konsum von Kaffee und anderen koffeinhaltigen Getränken einzuschränken. Zwei bis drei Tassen pro Tag werden in der Regel gut toleriert. Darüber hinaus kann es beim Baby zu Beschwerden wie Unruhe oder Bauchschmerzen kommen, da der kleine Körper das Koffein noch nicht ausreichend verarbeiten kann. 

Abschließend lässt sich festhalten, dass es keine pauschal verbotenen Lebensmittel in der Stillzeit gibt. Das gilt gerade auch für den Bereich der Allergieprävention beim Säugling. Es bringt keinen Nutzen, wenn die Ernährung während der Stillzeit frei von potenziell allergieauslösenden Lebensmitteln wie zum Beispiel Eier, Nüsse oder Fisch gestaltet wird.2 Eine gute Verträglichkeit bei Mutter und Kind vorausgesetzt, darf verzehrt werden, was schmeckt und zur guten Nährstoffversorgung beiträgt. 

 

Quellen:
  Ernährung in der Stillzeit. kindergesundheit-info.de. https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/stillen/ernaehrung-der-mutter/. Zugegriffen 12. Juli 2022
  Ernährung der Mutter während der Stillzeit. frauenaerzte-im-netz.de. https://www.frauenaerzte-im-netz.de/schwangerschaft-geburt/stillen/ernaehrung-der-mutter-waehrend-der-stillzeit/. Zugegriffen 13. Juli 2022

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