Liebesbrief an mein Kind

Ein Liebesbrief an mein Kind - warum ein Liebesbrief an das eigene Kind und wie schreibe ich ihn?

Wenn uns ein Mensch besonders wichtig ist, dann kommt es vor, dass wir ihm einen Liebesbrief schreiben. Zumindest tun das Erwachsene untereinander. Warum aber nicht einen Liebesbrief an das eigene Kind? Groß genug ist die Liebe von Eltern auf jeden Fall. Vaterfreuden.de möchte Eltern dafür gewinnen, dem eigenen Kind einen Liebesbrief zu schrieben – als Zeichen der eigenen Liebe, als bleibende Erinnerung und als Ausdruck der eigenen Gefühle. Wir verraten, wie man einen solchen Liebesbrief an sein Kind schreibt und geben eine Anleitung.

AKTUELL:
Zum Weltkindertag am 20.09.2018 machen wir eine  Blogparaden-Aktion #LiebesbriefanmeinKind  bei der wir Liebesbriefe von Mama-/Papabloggern auf vaterfreuden.de sammeln. 
Pro Blogpost/Liebesbrief spenden wir  1,00 Euro an das deutsche Kinderhilfswerk.
Die schönsten Briefe posten wir über unsere Facebook-Site und den Liebesbrief, der uns am Besten gefällt, prämieren wir mit einem Amazon Fire 7-Zoll-Tablet. Telnahmeschluss ist der 23.09.2018. Hier findest Du das Logo der Aktion zum Herunterladen.
Sei dabei und mach bei unserer Aktion mit! Schreibe uns dazu eine Mail an kontakt@vaterfreuden.de. Wir schicken Dir dann weitere Informationen zu.

 

Weiter unten wollen wir ein paar Anregungen zum Inhalt des Liebesbriefs für das eigene Kind geben. Zuvor beantworten wir jedoch ein paar Fragen, die Eltern vielleicht haben und die auch auf den Inhalt des Briefs Einfluss nehmen.

 

Warum soll ich einen Liebesbrief an mein Kind schreiben?

Aus den gleichen Gründen wie bei einem Erwachsenen. Als Zeichen der Liebe und außerordentlicher Wertschätzung sowie als Ausdruck der eigenen Gefühle, die man damit offen ausspricht. Obendrein stellt ein Liebesbrief etwas Bleibendes dar. Er kann auch nach vielen Jahren noch gelesen werden. Ein die Zeit überdauernder Ausdruck der eigenen Liebe eben.

 

Ist ein solcher Liebesbrief nicht abhängig von Alter des eigenen Kindes?

Absolut. Sie können nur über das schreiben, was Sie gerade fühlen oder bisher gefühlt haben. Natürlich können Sie in einen Liebesbrief Hoffnungen einflechten, die Sie für die Zukunft ihres Kindes haben. Sie sollten aber vor allem über das schreiben, was Sie erlebt und dabei empfunden haben. Das macht jeden Liebesbrief zu einer Momentaufnahme Ihrer Gefühle zu einem bestimmten Zeitpunkt – und der bezieht sich ganz klar auch auf das aktuelle Alter ihres Kindes.
Ein Brief an ein Baby sollten Sie trotzdem nicht in Baby-Sprache schreiben. Benutzen Sie Ihre eigenen Worte, um Ihre persönlichen Empfindungen auszudrücken. Dann wird Ihr Kind diesen Brief später, wenn es größer ist, als ganz besonderes Dokument Ihrer Liebe wertschätzen.

 

Was macht man mit dem fertigen Liebesbrief?

Das kommt vor allem darauf an, wie alt Ihr Kind ist. Einem Baby wird man den Brief nicht überreichen. Auch ein Kleinkind wird noch nicht viel damit anzufangen wissen. Wir sind uns jedoch sicher, dass er ein ganz besonderes Geschenk zum 18. Geburtstag wäre – oder auch zur Konfirmation bzw. Jugendweihe.  
Auf jeden Fall jedoch sollte der Brief in einem schönen Umschlag oder gar einer Schachtel, eventuell unterstützt von weiteren Erinnerungsstücken wie Fotos oder Spielzeug aus der Kindheit, aufbewahrt werden (eine Art Zeitkapsel also). Vor anderen vorgelesen werden sollte der Liebesbrief nur dann, wenn der Adressat und auch der Verfasser dies wünschen. Ein Liebesbrief ist schließlich eine sehr persönliche Sache. Sollte Ihr Kind anfangs nicht allzu viel mit dem Brief anfangen können – bei Jugendlichen kann das vorkommen – dann seien Sie nicht allzu enttäuscht und nehmen Sie den Brief eventuell wieder zur Aufbewahrung an sich. Die Zeit, wo Ihr Kind diesen Brief zu schätzen weiß, WIRD kommen. GANZ sicher. Spätestens dann, wenn es selbst Kinder hat.

 

Wie schreibe ich einen Liebesbrief an mein Kind?

Persönlich und gefühlvoll. Aus der „Ich-Version“ an das „Du“-Kind. Am besten fangen Sie mit Liebe(r) … an. Dann kommt vieles ganz alleine. Zum Inhalt geben wir unten ausführliche Tipps.

Wenn Sie jedoch fragen ob man den Brief mit der Hand oder am Computer schreiben soll, dann können wir Ihnen nur ein paar Punkte zum darüber nachdenken geben:

  • Ist Ihre Handschrift leserlich?
  • Können Sie strukturiert am Stück schreiben oder fliegen Ihnen die Gedanken immer wieder aus allen Ecken zu?

Unser Tipp: machen sie sich erst ein paar Notizen und schreiben Sie dann den Brief – entweder direkt per Hand oder erst am Computer und dann in Reinschrift mit der Hand. Ein handschriftlicher Brief ist nämlich viel schöner und noch persönlicher. Wenn Ihre Handschrift für andere kaum zu lesen ist sollten sie sich überlegen, ob Sie den am Computer verfassten Brief von jemand anderem (einem Profi?) in Schönschrift auf besonderem Papier verfassen lassen und dann unterschreiben. Es soll ja auch ein ganz besonderes Dokument Ihrer Liebe werden … 

 

Über was schreibe ich in einem Liebesbrief an mein Kind?

Hierzu geben wir in der Folge eine ausführliche Anleitung, die Sie übrigens unten auch als PDF finden. Die aufgelisteten Punkte sind nur als Anregungen zu verstehen. Selbstverständlich können Sie auch Ihren ganz eigenen Weg gehen.

 

Die Anrede:
Wir schlagen folgendes vor: „Liebe XXX“ oder „Lieber XXX“

 

Der Anfang – und der muss nicht schwer sein:
Ein paar Formulierungen zur Anregung:
„ich sitze hier im Wohnzimmer und schreibe Dir diesen Brief. Nebenan schläfst Du. Kaum zu glauben, dass Du schon XX Jahre alt bist.“
„ich habe beschlossen, Dir diesen sehr persönlichen Brief zu schreiben. Ein Brief, in dem ich über unsere gemeinsame Zeit und meine Gefühle Dir gegenüber erzählen möchte. Eine Art Liebesbrief, denn ich liebe Dich wirklich über alles, liebe(r) XXX.“
„ich kann mich noch gut erinnern, wie Du in unser Leben getreten bist“

Und nun kommt Ihre ganz persönliche Geschichte. Hier eine Liste von Fragen, die Sie als kleinen Leitfaden nutzen können: 

 

Wie war die Situation, als Ihr Kind in Ihr Leben getreten ist?
Wie alt waren Sie und Ihre Partnerin bzw. Ihr Partner?
Wie und wo haben Sie gelebt? Wie war Ihre berufliche Situation?
Hatten Sie schon ein Kind? Wenn ja, wie alt war es?
War Ihr Kind ein Wunschkind, ein geplante Schwangerschaft oder ist es einfach passiert? Haben Sie lange auf ein Kind „hingearbeitet“?
Wie haben Sie reagiert, als Sie erfahren haben, dass Sie ein Baby bekommen werden?
Wie verlief die Schwangerschaft?

 

Wie war die Geburt? Was hat sich danach für Sie verändert?
Wie verlief die Geburt? Wo genau und wann wurde Ihr Kind geboren?
Wie waren Ihre Gefühle? Was dachten Sie, als Sie Ihr Kind im Arm hielten?
Wie lange mussten Sie im Krankenhaus bleiben?
Wie hat sich Ihr Leben nach der Geburt Ihres Kindes verändert?

 

Wie hat sich Ihr Kind entwickelt?
Welche Eigenarten hatte Ihr Kind als Baby? Hat es gut geschlafen? Hat es viel gespuckt?
Wem sah es ähnlich?
Haben Sie sich spezielle Sorgen gemacht? War es krank?
Wie hat sich Ihr Kind vom Baby zum Kleinkind entwickelt? War es schnell in seiner Entwicklung? Was hat Ihr Kind als Baby gerne gemacht?
Wie haben Sie sich bei der Entwicklung Ihres Kindes gefühlt? Haben Sie sich über seine Fortschritte gefreut oder waren Sie auch ein wenig traurig, dass Ihr Kind so schnell groß wurde? 
Wie hat sich Ihr Kind seinen Geschwistern gegenüber verhalten? Wie haben die sich ihm gegenüber verhalten?
Was waren seine Lieblingsspiele?
Zu wem hatte ihr Kind eine besondere Beziehung? Mama? Papa? Zu einem der Großeltern?

 

Was hat Sie am meisten an Ihrem Kind beeindruckt?
In welchen Situationen hat ihr Kind Stärke und Ausdauer gezeigt? Gibt es eine Episode, in denen Ihnen Ihr Kind besonders imponiert hat?
Welches Verhalten war besonders ausgeprägt?
Wie hat sich der Charakter Ihres Kindes gezeigt?
Was konnte Ihr Kind im Vergleich zu anderen Kindern sehr gut bzw. sehr früh?

 

Wie ist der Stand jetzt? 
Wie alt ist Ihr Kind nun gerade, als Sie diesen Brief schrieben? 
Was macht es? Kindergarten – Schule? Geht es gerne dorthin?
Was sind die Eigenschaften Ihres Kindes?
Was tut es gerne?
Wer sind – abgesehen von Eltern und Geschwistern – die wichtigen Personen in seinem Leben?
Was macht Ihr Kind so besonders? 
Wofür lieben Sie Ihr Kind? 
Wie ist Ihre Beziehung zueinander? Wie hat sie sich entwickelt?
Was machen Sie besonders gerne zusammen mit Ihrem Kind?
Erinnert Sie das Verhalten Ihres Kindes ab und zu an Sie selbst? Wann? Was empfinden Sie dabei?

 

Was wünschen Sie Ihrem Kind für die Zukunft?

 

Der Abschluss – ein paar Anregungen
Ich bin gespannt auf die nächsten Jahre mit Dir und freue mich darauf, Dich bei Deiner Entwicklung begleiten zu dürfen.
Ich bin so froh, dass es Dich gibt. 
Ich freue mich auf die tolle Zeit mit Dir.
In Liebe, Dein Papa / Deine Mama

 

Abschließende Anmerkungen

•    Es ist IHR Brief. SIE entscheiden, über was und wie ausführlich Sie schreiben. 
•    Gehen Sie ab und zu ins Detail und beschreiben Sie einzelne Situationen, die Sie besonders beeindruckt haben oder die Sie bezeichnend fanden.
•    Schreiben Sie so persönlich wie möglich. Welchen Brief würden Sie selbst zum Beispiel gerne von Ihrem Vater oder Ihrer Mutter als Erinnerung haben, wenn die einmal nicht mehr am Leben sind? Einen liebevollen, persönlichen Brief über die gemeinsame Zeit zusammen, oder? Schreiben Sie Ihrem Kind so einen Brief.

 

Unter diesem Link finden Sie diese Anleitung noch einmal als PDF-Datei. Zum komfortablen Ausdrucken und weiterschicken.

 

Hier hat übrigens ein Vater einen solchen Brief an seine Tochter geschrieben. Vielleicht inspiriert Sie das ja … 

Viel Spaß beim Schreiben!!!