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Eltern sein – eine Frage der Einstellung

Als Eltern hat man oft nicht einmal ein paar Minuten für sich. Das ist extrem anstrengend und kann auch mal nerven. Aber sich über die eigenen Kinder zu ärgern bringt nichts. Da hilft nur die Flucht nach vorn.

Als Eltern hat man oft nicht einmal ein paar Minuten für sich. Das ist extrem anstrengend und kann auch mal nerven. Aber sich über die eigenen Kinder zu ärgern bringt nichts. Da hilft nur die Flucht nach vorn.

Kinder können ganz schön anstrengend sein, das wissen alle Eltern. Wenn immer wieder der Ruf nach „Papa“ oder „Mama“ durchs Haus schallt, mal fragend, mal fordernd, mal weinerlich, obwohl man doch selbst gerne ein wenig Ruhe oder etwas zu erledigen hätte, kann das ganz schön nerven.

Der Liedermacher Reinhard Mey hat einen Song mit dem Titel „Keine ruhige Minute“ über das Eltern-sein geschrieben. Der Refrain geht folgendermaßen:

Keine ruhige Minute
Ist seitdem mehr für mich drin
Und das geht so, wie ich vermute
Bis ich hundert Jahre bin.

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Wenn man den Song einmal gehört hat geht er einem als Elternteil kaum mehr aus dem Kopf

Das Lied ist jedoch von Grund auf positiv und preist das Leben mit Kindern – obwohl man eben keine ruhige Minute mehr hat. Warum? Weil vieles am Eltern-sein eine Frage der Einstellung ist.

Eltern-sein ist eine Frage der Einstellung

Es bringt nichts, sich über die eigenen Kinder zu ärgern. Daher sollte man diesen Gedanken immer schnell abhaken.

Obendrein ist es einfach nachzuvollziehen, warum Kinder so viel Aufmerksamkeit von ihren Eltern fordern:

  • Kinder suchen die Anerkennung ihrer Eltern, wenn sie glauben, etwas richtig oder gut gemacht zu haben.
  • Sie wollen schöne Momente teilen – mit den Menschen, die ihnen besonders wichtig sind: den Eltern.
  • Wenn Kinder Hilfe benötigen, dann rufen sie die Menschen, von denen sie sich diese erhoffen – richtig, den Eltern.
  • Wenn Kinder traurig sind, Schmerzen haben oder ihnen etwas misslungen ist, dann suchen sie Trost bei den Eltern.

Mit diesen Punkten sind die Gründe der meisten Rufe nach „Papa“ und „Mama“ abgedeckt.

Eltern sind DER Bezugspunkt ihrer (kleinen) Kinder – diejenigen, die alles wissen, alles können, Trost geben, dafür sorgen, dass Schmerzen verschwinden, vertraut sind, fast alles verstehen – diejenigen, bei denen sich Nähe gut anfühlt.

Kein Wunder, dass Kinder an ihnen hängen und immer um sie sein wollen. Auch, wenn Kinder klammern ist das für Eltern ja irgendwie schmeichelhaft: die Kinder wollen nicht ohne ihre Eltern sein.

Wenn man sich über die Kinder ärgert hilft die Flucht nach vorn

Wenn Eltern hin und wieder genervt sind, wenn die Kinder an ihnen zerren, gibt es eigentlich keinen besseren Ausweg als die Flucht nach vorn: Seien Sie bei Ihren Kindern, beschäftigen Sie sich mit Ihren Kindern, machen Sie das Beste aus der Situation und genießen Sie den Moment. Eine positive Einstellung macht das Eltern-sein SO viel leichter!!!

Eine andere Wahl hat man ja auch kaum: wie Sie wahrscheinlich auch schon einmal beim Betrachten alter Kinderfotos festgestellt haben: die Zeit mit Kindern rast nur so an einem vorbei. Irgendwann werden die Kids größer sein und nicht mehr so viel Wert auf die Meinung der Eltern legen. Das finden die meisten Eltern dann auch schade …

Was die ruhigen Minuten angeht – von denen hat man als Eltern wirklich kaum welche. Aber vielleicht hilft der Ansatz aus einem anderen Popsong:

I’m Gonna live while I'm alive
I'll sleep when I'm dead

Daher nehmen Sie Ihre Kinder in den Arm und drücken Sie sie, spielen Sie mit ihnen, zeigen Sie ihnen etwas, unternehmen sie etwas mit ihnen, hören Sie ihren Kids zu, betrachten und bewundern Sie sie, lachen Sie und toben Sie mit ihnen. Irgendwann ist diese Zeit unwiederbringlich vorbei – und es wäre doch schade, wenn Sie nicht das Beste daraus gemacht hätten, oder?

Zum Schluss ein paar Tipps entspannter Eltern, was Sie tun können, wenn Sie sich öfter einmal von ihren Kindern genervt fühlen:

  • Gehen Sie mit Ihren Kindern aus dem Haus, wenn sie sich gestresst fühlen und lassen Sie Ihre Kids toben. In der Regel sind Sie selbst dann entspannter, die Zeit vergeht schneller und Ihre Kids sind anschließend ausgeglichener.
  • Planen Sie regelmäßig gemeinsame Ausflüge und Erlebnisse ein. Das muss nichts Großes sein, aber gemeinsame Unternehmungen bringen Sie als Familie enger zusammen, schaffen Erinnerungen und machen Ihre Kids müde.
  • Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn etwas nicht klappt wie geplant. Eltern sollten eine gewisse Portion Fatalismus mitbringen und versuchen, aus jeder Situation das Beste zu machen.
  • Schaffen Sie sich persönliche Freiräume, in denen Sie etwas für sich tun können. Als kleinen Ausgleich zur anstrengenden Zeit mit den Kids.
  • Genießen Sie bewusst die Freuden des Eltern-seins. Feiern Sie auch kleine Erfolge und seien Sie bei solchen Anlässen regelmäßig stolz – auf die Kinder wie sich selbst.