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So lernt ihr Kind wie Ordnung geht

In den ersten Lebensjahren sind Kinder sehr mit sich selbst und der neuen Welt, die sie umgibt, beschäftigt. Ordnung wie wir sie kennen, sagt ihnen nichts. Erst mit der Zeit entwickeln sie einen Ordnungsbegriff – der nicht immer dem Unseren entspricht.

In den ersten Lebensjahren sind Kinder sehr mit sich selbst und der neuen Welt, die sie umgibt, beschäftigt. Ordnung wie wir sie kennen, sagt ihnen nichts. Erst mit der Zeit entwickeln sie einen Ordnungsbegriff – der nicht immer dem Unseren entspricht.

Kinder brauchen keine äußere Ordnung, sie verstehen deren Sinn einfach nicht. Unsere Vorstellung davon zu verinnerlichen ist ein reiner Lernprozess, der mehrere Jahre andauert. Ob ein Kind aufräumen lernt oder nicht, ist also auch stark davon abhängig, wie wir Eltern es in die Aufgaben mit einbeziehen.

Die Vorbildfunktion der Eltern bei der Ordnung

Ihr Kind schaut sich in seinen ersten Lebensjahren fast alles von Ihnen ab. Darüber hinaus werden durch das vorhandene Umfeld Werte und Bedürfnisse geprägt. Im Umkehrschluss heißt das, dass Sie von einem Kind keine Ordnung verlangen können, wenn Sie diese selbst nicht leben und dass ein Kind, das in einer leicht chaotischen Umgebung aufwächst, in vielen Fällen selbst eine eher schwach ausgebildete Ordnungsliebe entwickeln wird.

Klare Ordnungsregeln – Unterstützung für den Lernprozess

Unterstützend für den Lerneffekt des Kindes in Sachen Ordnung sind klare Regeln: Die Jacke wird an den Haken gehängt, die Schuhe kommen ins Regal. Haben Dinge einen festen Platz, dann tritt durch die ständige Wiederholung eine Art Gewöhnungseffekt ein. Ihr Kind wird diese Regeln auch später einhalten und sie mit steigendem Alter ausweiten.

Aufräumen lernen – die besten Tipps

Um ein Kind an Ordnung heranzuführen, ist es in allererster Linie wichtig, ihm beizubringen, wie sie entsteht. Da die Fähigkeit zu sortieren und aufzuräumen nicht angeboren ist, sollten Sie Ihr Kind langsam heranführen. Das klappt mit folgenden Tipps:

  • Spaß am Aufräumen – Wird eine Tätigkeit zum Zwang, dann macht das schlechte Laune und Widerstand. Versuchen Sie, das Aufräumen in eine gemeinsame und spaßige Aktivität zu verwandeln. Ganz wichtig: Aufräumen darf keine Strafe sein.
  • Halten Sie Maß – Kinder haben nur eine begrenzte Aufmerksamkeitsspanne und verlieren schnell die Lust an einer Tätigkeit. Räumen Sie deshalb mit Ihrem Kind in Häppchen auf.
  • Achten Sie die kindlichen Bedürfnisse – Hat ein Kind den ganzen Tag an einem Kuscheltierzoo oder einem kunstvollen Bauklötzchenturm gearbeitet, dann will es sein Werk am Abend sicher nicht in Kisten und Regalen verstauen. Berücksichtigen Sie diese verständlichen Gefühle und räumen Sie nur auf, was nicht mehr gebraucht wird.
  • Bloß nicht zu kompliziert – Damit das Aufräumen nicht zu komplex wird, sollten Sie für Ihr Kleinkind gut erreichbare Kisten und Schubladen anlegen, in die Spielzeug in einer fürs Kind verständlichen Struktur geräumt werden kann. Eine Box für die Spielzeugautos, eine für die Bauklötze und eine für die Kuscheltiere. Das kann Ihr Kind verstehen und deshalb auch einmal selbständig etwas wegräumen.
  • Helfen Sie mit – Ein Kind ist schnell überfordert, wenn es aus seinem Spielchaos einen ordentlichen Zustand herstellen soll. Durch Ihre Mithilfe geben Sie der Aufräumaktion Struktur, das Kind wird schneller fertig und lernt ganz nebenbei durchs Abgucken wie Ordnung halten geht.

Pubertät kommt – Ordnung geht

Kommt Ihr Kind in die Pubertät, dann schleicht sich mit dem Erwachsen werden in vielen Fällen erst einmal der Ordnungssinn davon. Wer hier allzu großen Druck und Zwang ausübt, erreicht höchstens, dass sich das Kind zurückzieht und in den Widerstand geht. Um Ihrem Ordnungssinn und dem Chaosbedürfnis Ihres Kindes gerecht zu werden, sollten Sie Absprachen treffen, die gut einzuhalten sind. Eine davon kann zum Beispiel sein, dass Lebensmittel aus dem Zimmer geräumt werden.